Trinkgeld-Anleitung

Methoden für den Trinkgeld-Pool in der Gastronomie

Ein transparenter Trinkgeld-Pool beginnt mit einer schriftlichen Regel: Wer ist berechtigt, welcher Pool wird verteilt, welche Rechenbasis gilt und wie werden Rundungsreste ausgeglichen? Übliche Methoden nutzen Gleichanteile, anrechenbare Stunden, gewichtete Stunden oder getrennte Pools für Service und Küche.

Vier Methoden für den Trinkgeld-Pool

1. Gleiche Anteile

Pool ÷ berechtigte Personen = Anteil je Person

Jede berechtigte Person erhält denselben Betrag. Die Methode ist leicht zu erklären und zu prüfen, wenn das Team vereinbart hat, dass Zeit- und Rollenunterschiede den Anteil nicht verändern.

Dokumentieren: Berechtigung sowie den Umgang mit Teilschichten oder Abwesenheiten.

2. Anrechenbare Stunden

Pool ÷ Gesamtstunden × persönliche Stunden

Der Anteil folgt den anrechenbaren Stunden im Pool-Zeitraum. Dadurch wird die Arbeitszeit berücksichtigt, nicht aber unterschiedliche Verantwortung oder Rollen.

Dokumentieren: Welche Stunden zählen, aus welcher Aufzeichnung sie stammen und wann der Zeitraum endet.

3. Gewichtete Stunden

Stunden × Gewicht = Punkte; Pool ÷ Gesamtpunkte × persönliche Punkte

Eine dokumentierte Gewichtung verändert den Wert jeder anrechenbaren Stunde. Die Rechnung ist reproduzierbar, aber jede Gewichtung braucht eine vereinbarte und festgehaltene Begründung.

Dokumentieren: Wer Gewichtungen freigibt, ab wann sie gelten und ob ältere Abrechnungen nachvollziehbar bleiben.

4. Pools für Service und Küche

Gesamtpool × Teamanteil, danach jeden Teilpool nach seiner Basis verteilen

Der Gesamtbetrag wird zuerst in definierte Team-Pools aufgeteilt. Innerhalb jedes Pools können Stunden oder gewichtete Stunden gelten, sofern die Regel für alle Beteiligten sichtbar ist.

Dokumentieren: Teamanteile, Zuordnung der Personen und den Fall, dass ein gefüllter Pool keine anrechenbaren Punkte hat.

Die Regel festlegen, bevor Zahlen eingetragen werden

  1. Pool abgrenzen

    Standort, Zeitraum, enthaltene Trinkgeldquellen und Gesamtbetrag festhalten. Beträge aus unterschiedlichen Zeiträumen nicht vermischen.

  2. Berechtigung definieren

    Personen, Rollen, Schichten und Stunden aufführen, die nach der vereinbarten Regel ein- oder ausgeschlossen sind.

  3. Eine Rechenbasis wählen

    Gleichanteil, Stunden, gewichtete Stunden oder dokumentierte Team-Pools für diesen Pool konsistent verwenden.

  4. Abgleichen und Beleg erhalten

    Prüfen, ob alle Auszahlungen zusammen dem Ausgangspool entsprechen, und Eingaben, Regelversion, Freigaben und Ergebnis gemeinsam aufbewahren.

Beispiel: 360 € auf Service und Küche verteilen

Das Beispiel verwendet 70 % für den Service-Pool und 30 % für den Küchen-Pool. Innerhalb jedes Pools wird nach anrechenbaren Stunden verteilt. Die Prozentsätze zeigen nur die Rechnung und sind keine allgemeine Empfehlung.

PersonPoolStundenRechnungAnteil
Anna Service (252 €) 6 von 10 252 € × 6 ÷ 10 151,20 €
Ben Service (252 €) 4 von 10 252 € × 4 ÷ 10 100,80 €
Cara Küche (108 €) 5 von 8 108 € × 5 ÷ 8 67,50 €
Dan Küche (108 €) 3 von 8 108 € × 3 ÷ 8 40,50 €

Abgleich: 151,20 € + 100,80 € + 67,50 € + 40,50 € = 360,00 €. Die verteilte Summe entspricht exakt dem Ausgangspool.

Eine feste Rundungsregel verwenden

In Cent rechnen, die ungerundeten Anteile behalten und übrige Cent nach dem größten Nachkommarest vergeben. Sind Reste gleich, gilt eine feste dokumentierte Reihenfolge. So bleibt die Summe exakt und dieselben Eingaben führen immer zum selben Ergebnis.

Diese Angaben zu jeder Verteilung aufbewahren

  • Pool-Zeitraum, Standort, Gesamtbetrag und enthaltene Trinkgeldquellen.
  • Berechtigte Personen, anrechenbare Stunden, Team-Pool und jede Gewichtung.
  • Formel, Teamanteile, Regelversion und Gültigkeitsdatum.
  • Ungerundete Rechnung, endgültige Cent-Verteilung und Abgleich mit dem Gesamtpool.
  • Person, die die Verteilung erstellt hat, sowie die betriebliche Prüfung oder Freigabe.

Grenzen und Annahmen

Diese Anleitung vergleicht Rechenmethoden. Sie entscheidet nicht, welche Regel fair, rechtlich zulässig, steuerlich richtig, vertraglich wirksam oder für ein bestimmtes Team geeignet ist. Vorgaben unterscheiden sich nach Rechtsraum und Vereinbarung. Prüfen Sie vor Einführung die offiziellen Regeln und qualifizierte Rechts-, Steuer-, Lohn- oder Personalberatung, die für den Betrieb gilt.

Methode testen oder in ShiftPriority dokumentieren

Mit dem kostenlosen Rechner lassen sich Stunden, Gewichtungen und optionale Team-Pools centgenau vergleichen. ShiftPriority kann wiederverwendbare Regeln für die Trinkgeldverteilung im Gastronomiebetrieb dokumentieren.

Quellen

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